2012-02-24

Beginne jeden Tag als ein Produzent, nicht als ein Konsument

Weather cockWas ist das Erste, das Du machst, wenn Du Dich morgens an den Computer setzt? Checkst Du erst mal Dein favorisiertes Intertainment? Clay Johnson diskutiert, warum dies das Letzte ist, was Du tun solltest. 

Aceex hat auf Reddit etwas geschrieben, das den Ratschlägen in Clay Johnsons Buch The Information Diet (Kindle-Version) sehr nahe kommt:
Ich achte darauf, jeden Tag als ein Produzent und nicht als ein Konsument zu starten. Wenn Du aufstehst, kannst Du den Tag mit einer guten Routine, wie zum Beispiel duschen und essen, starten, aber sobald Du über etwas freie Zeit verfügst, bekommst Du wahrscheinlich das Bedürfnis Reddit zu checken, das aktuelle Computer-Spiel zu spielen, nachzuschauen, was Du auf Facebook verpasst hast, etc.

Verschiebe all diese Tätigkeiten auf "später". Starte Deine ersten freien Momente des Tages mit Gedanken darüber, was Du wirklich tun willst; diejenigen langfristigen Sachen, an denen Du arbeitest oder sogar die grundlegenden Sachen, die Du heute machen musst, wie zum Beispiel Kochen, auf den Sport vorbereiten, etc. [Aceex].



Clay Johnson
Die Produktion von Informationen ist entscheidend für eine gesunde Informationsdiät. Die Produktion von Informationen sorgt dafür, dass der nachfolgende Konsum von Informationen zielgerichtet und zweckmäßig ausgerichtet wird. Clay Johnson (oben) kann sich keinen wichtigeren Ratschlag denken, den er jemanden geben könnte: Starte Deinen Tag als Produzent, nicht als Konsument. Wenn Du Deinen Tag damit beginnst, die Nachrichten zu checken oder Deine E-Mails und Meldungen zu lesen, wirst Du den restlichen Tag wahrscheinlich mit geistlosem Konsum verbringen. 

Den Tag als Produzent zu starten, bedeutet, dass Dein Informationskonsum einen zielgerichteten Sinn hat: Das heißt, den Rest des Tages wirst Du mit dem Konsum von Informationen verbringen, die relevant für Dein Projekt sind. Als Produzent aufzuwachen, prägt Deine Gewohnheiten. Du schweifst nicht gedankenlos über alle möglichen Facebook-Meldungen, sondern Du findest heraus, was Du benötigst, um Dein Projekt zu realisieren. Als Produzent aufzuwachen, ist eine Versicherung gegen die Prokrastination, das heißt, unproduktives Aufschiebeverhalten zu vermeiden. 

Aber es gibt noch einen weiteren Vorteil, ein Produzent zu sein: Es gibt Dir eine größere Klarheit über den Gegenstand Deiner Gedanken. Nachdem Clay Johnson nun über 50 Presse-Interviews über sein Buch The Information Diet (Kindle-Version) gegeben und so viel darüber gesprochen und geschrieben hat, könnte er sogar ein viel besseres Buch über dieses Thema schreiben, weil die ständigen und weiteren Produktionsprozesse ihm geholfen haben, immer weitere Nuancen seines Denkens zu entdecken und auszuarbeiten. Für Clay Johnson ist es schlüssig, wenn er sinngemäß fragt: Wer weiß mehr über die Dinge und wie sie funktionieren? Wissen die Konsumenten einer Information mehr über die Dinge und ihre Funktionen, oder wissen die Produzenten dieser Dinge beziehungsweise Produzenten dieser Informationen mehr?

English: Cogs getting it together Detail of th...
Die Sache, die alle Blogposts auf der Seitenleiste von InformationDiet.com gemeinsam haben, ist, dass sie alle vor 10 Uhr morgens geschrieben wurden. Die besten Teile seines Buches wurden vor 10 Uhr morgens geschrieben. Die Tage, an denen er mehr als 3000 Wörter produziert hat, waren die Tage, an denen er sofort nach dem Aufstehen angefangen hat zu schreiben, um erst danach zu frühstücken. 

Einige tatkische Tipps: Wache auf und werde produktiv. Bevor Du frühstückst, bevor Du Sport treibst, bevor Du Deine E-Mails liest, schreibe erst mal 500 Wörter über irgendetwas; dabei ist es vollkommen egal worüber Du schreibst, sondern es ist wichtig, dass Du Dich hinsetzt, Dich konzentrierst und für die erste Stunde, die Du auf bist, schreibst. Es wird Deinen restlichen Tagesverlauf ändern. 

[den Originalartikel gibt es auch bei InformationDiet.com

Das ist ein guter Tipp und eine plausible Erklärung von Clay Johnson, denke ich. Es ist auf jeden Fall mal einen Versuch wert, um zu sehen, ob man produktiver wird und zielgerichteter seine Pläne verfolgen kann. 

Was die Prokrastination angeht, die sich im Laufe des Tages einschleichen kann, muss man vielleicht noch andere Techniken anwenden, damit man nicht Gefahr läuft, sich in den unendlichen Weiten des Netzes zu verlieren. Vielleicht hilft es, einen Timer zu stellen, der nach einem selbstgewählten, sinnvollen Countdown darauf aufmerksam macht, die eigene Achtsamkeit zu überprüfen beziehungsweise zu überprüfen, auf welchen Gegenstand sich die eigene Achtsamkeit in dem Moment fokussiert. Ist man noch zielgerichtet konzentriert, ist dies gut und gibt einem ein positives Feedback zur eigenen Arbeitsweise; ist man nicht mehr beim geplanten Thema, kann der Timer einen daran erinnern, die Aufmerksamkeit sanft auf den Gegenstand zu richten, der dem eigenen Produktionsprozess förderlich scheint. 

Solche Zeitpunkte können auch dafür geeignet sein, um nach erfolgreichen Mikrozielen, eine kleine Pause einzulegen oder falls man merkt, dass die Konzentrationsfähigkeit nachgelassen hat, sich zu erholen und neue Kraft bei einer kleinen Pause zu schöpfen. Und mit 'Pause' meine ich keine Ablenkung, sondern eine wirkliche Ruhepause, d. h., zur Erholung mal ein paar Momente die Augen zu schließen, zur Ruhe zu kommen und möglichst an nichts zu denken. Probiere es einfach mal aus. Du kannst kleine Pausen natürlich auch damit verbringen, um mal vom Computerplatz aufzustehen und Dir ein neues Glas Wasser einzugießen oder Dir einen Tee, Kaffee oder ein Getränk Deiner Wahl zuzubereiten. So hast Du etwas Bewegung und sorgst dafür, dass Du genügend Flüssigkeit zu Dir nimmst; und nach einer kurzen Weile kannst Du dann wieder frisch und produktiv ans Werk gehen. 

Als Timer kann man z. B. diese kostenlose App im Android-Market verwenden: Glocke der Achtsamkeit. Viel Spaß beim Ausprobieren und wenn Du magst, kannst Du natürlich gerne ein Feedback geben, ob und inwiefern Dir die Tipps etwas geholfen haben. 
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